Die Farbtypen und meine Erfahrungen mit der Make-Up Beratung bei Martina Thurn von Image Consulting – Teil 2

Farbtypen Kleidung

Einige Zeit nachdem ich den Text aus Teil 1 dieses Artikels verfasst habe war es dann soweit. Mein Termin zur Make-Up Beratung stand an. Wie es mir dabei ergangen ist, erfahrt jetzt in Teil 2.

Die Entscheidung für ein Institut

Ich habe mich für eine Beratung bei Martina Thurn von Image Consulting entschieden. Sie und ihr Team bieten Beratungen in Linz und Wien an. Die Website wirkte auf mich sehr seriös und ich habe mir im Vorfeld einige Videos von Frau Thurn angesehen, wie sie Tipps zu verschiedenen Farb- und Stylingthemen für die Oberösterreichischen Nachrichten gibt. Frau Thurn war mir sowohl in den Videos als auch bei meinem Telefonat mit ihr sehr sympathisch

Was ich mir von der Make-Up Beratung erhofft habe

Ich wollte wissen, ob ich mit meiner Vermutung ein Soft Summer Typ zu sein, richtig lag. Außerdem hat mich interessiert, ob ich mich je nachdem ob ich meine Haare offen oder zum Zopf trage, anders schminken sollte. Meine Haareansatz hat einen aschigen Farbton und die Haare bleichen dann im Frühling und Sommer aus und bekommen einen goldenen Schimmer.

Ich habe mir Tipps für die Farbtöne von verschiedenen Make-Up Produkten wie Rouge, Bronzer und Mascara gewünscht und wollte wissen ob ich mich im Sommer und Winter unterschiedlich schminken sollte.

So verlief die Beratung

Ich wurde von Frau Thurn sehr freundlich empfangen und bekam sofort eine Tasse Kaffee angeboten. Wir nahmen als erstes am Schreibtisch Platz und sie fragte mich ein paar Fragen und erklärte mir, was mich in etwa erwarten wird. Dann gab es eine kurze Einführung zu den Farbtypen und den Hautuntertönen.

Anschließend setzte ich mich vor einen großen Spiegel. Meine Kleidung wurde mit einem weißen Tuch abgedeckt und auch die Haare wurden mit einem weißen Häubchen bedeckt. Dann holte Frau Thurn ihre Stoffe hervor und hielt mir beispielsweise erst einen roten Stoff mit kühlem und anschließend einen roten Stoff mit warmen Farbton unter mein Gesicht und wir versuchten herauszufinden was besser passt. Dies wurde einige Male mit verschiedenen Farben wiederholt und auch ein Vergleich zwischen Silber und Gold stand an.

Warme und kalte Farben
Nochmal zur Erinnerung: warme Farben enthalten mehr Gelb (siehe obere Reihe) und kühle Farben haben einen stärkeren Blauanteil (siehe untere Reihe).

Frau Thurn war sich schnell sicher, dass ich einen kühlen, eher rosigen Hautunterton habe. Außerdem sagt sie mir auch, dass mir grelle Farben nicht stehen, dass das aber bei einer Farbberatung dann ausführlicher untersucht wird. Um ein gutes Make-Up zu schminken, versicherte sie mir, muss man nur den Unterton kennen.

Frau Thurn holte eine Schminkpalette und andere Produkte der Marke Arabesque sowie Pinsel von da Vinci hervor. Die Schminkpalette, die sie benutzte, war für den Sommertyp bestimmt. Ich hatte auch meine eigenen Schminksachen, die ich häufig verwende, mitgebracht. Nach und nach widmeten wir uns einer bestimmen Gesichtspartie. Ich zeigte ihr meine Produkte und sie bewertete, ob diese für mich passend sind. Dann zeigte sie mir entweder mit meinen oder ihren Produkten wie ich das jeweilige Produkt am besten auftrage und womit. Meist zeigte sie mir eine Technik in einer Gesichtshälfte vor und ich versuchte dann die Technik in der zweiten Hälfte anzuwenden.

Nach dem Schminken gab es für mich die Möglichkeit die verwendeten Produkte und Pinsel direkt bei Frau Thurn zu kaufen.

Was ich gut an der Make-Up Beratung fand

Die Beratung war für 60 Minuten angesetzt, insgesamt war ich dann aber 90 Minuten bei Frau Thurn. Sie hat sich also im Rahmen der Möglichkeiten viel Zeit für mich genommen. Frau Thurn war sehr sympathisch und ich hatte nicht den Eindruck, dass sie mir die Produkte oder eine weiterführende Farb- und Stilberatung aufdrängen wollte.

Was ich nicht gut an der Make-Up Beratung fand

So, jetzt darf es raus. Ich habe mich zwar während der Beratung wohl gefühlt, dennoch war ich eigentlich ganz und gar nicht zufrieden. Im Nachhinein finde ich, dass mich Frau Thurn einfach in einen Typen hineinpressen wollte und überhaupt nicht individuell auf mich eingegangen ist.

Als sie sich für einen Farbtypen entschieden hat, hat sie einfach nur die Produkte dieser Palette verwendet. Es gab auch keinen Raum dafür Möglichkeiten auszuprobieren, also beispielsweise einmal einen hellen, dann einen dunkleren Lippenstift auszutesten, um zu sehen was einem persönlich eher gefällt.

Ich hätte mir Fragen zu meinem Stil gewünscht. Welche Kleidung ich gerne trage, wie viel ich mich normalerweise schminke und für welche Situationen ich eigentlich lernen möchte, mich besser zu schminken.

Auf meine Haarfarbe angesprochen, hat sie mir empfohlen ein Silbershampoo zu benutzen, anstatt mich zu fragen, ob mir meine goldene Haarfarbe eventuell gefällt und mir Tipps zu geben mit Make-Up vielleicht auszugleichen zwischen kühlem Hautunterton und warmer Haarfarbe.

Auch vom Tragen von Goldschmuck hat sie mir abgeraten, nur aufgrund des Hautuntertons, dabei gibt es eben nicht nur vier klar voneinander abzugrenzende Farbtypen, sondern viele Menschen die irgendwo dazwischen liegen und damit auch gut sowohl Gold als auch Silber tragen können. Ich finde Frau Thurn hat es sich sehr leicht gemacht.

Und das Make-Up an sich? Naja sagen wir mal ich habe ausgesehen, als hätte mir jemand aufs rechte Auge geschlagen und irgendwie habe ich auch zehn Jahre älter ausgesehen. Ich finde auch, dass die unterschiedliche Größe bzw. Form meiner Augen, durch das Make-Up mehr betont wurden. Als ich zuhause dann den Lidschatten abgeschminkt habe, sah der Rest ganz in Ordnung aus, aber als ich meine Haare öffnete passten Rouge und Lippenstift einfach nicht zum Gesamtbild.

Make-Up Beratung Martina Thurn Vorher Nachher
Vor und nach der Make-Up Beratung.

Zu guter Letzt habe ich mich dann auch noch verleiten lassen einige Produkte zu kaufen. Gut, aufgeschwatzt hat sie sie mir wie gesagt nicht, da bin ich wohl selbst schuld.

Was ich aus der Erfahrung für mich mit nehme

Immerhin wurde mir bestätigt, dass ich einen kühlen Hautunterton habe. Ich finde das ist durch das Drapieren der Stoffe auch schön herausgekommen.

Die Produkte und Techniken habe ich anschließend zuhause versucht anzuwenden. Geblieben bin ich bei nichts davon. Dieses ganze Erlebnis hat mir wieder mal gezeigt, dass ich mich am besten kenne und dass ich keine Profis brauche, die mir was über mich erzählen wollen.

Ehrlich gesagt benutze ich seit dieser Erfahrung fast gar kein Make-Up mehr. Ich habe mich ja auch vorher teilweise gar nicht oder sehr wenig geschminkt. Mein Ziel war ja auch eigentlich nur, bei den wenigen Produkten, die ich nutze, Produkte zu nehmen die wirklich zu mir passen und vielleicht das ein oder andere Produkt für mich zu entdecken. Aber statt ein bisschen mehr zu benutzen, nehme ich jetzt noch weniger. Zum Beispiel habe ich seitdem meine, durch jahrelanges Zupfen etwas ausgedünnten, Augenbrauen wieder dicker nachwachsen lassen und benutze jetzt gar nichts mehr zum Nachziehen der Brauen.

Durch die Beschäftigung mit dem Thema, kann ich jetzt viel besser einschätzen, welche Farben mir stehen. Bei einigen Teilen aus meinem Kleiderschrank, wurde mir klar, warum ich zu diesen so selten greife, obwohl sie mir eigentlich gefallen. Mein Gespür für Farben und für das was mir steht und gefällt wurde geschärft.

Haike Farbtypen Soft Summer

Mein Fazit

Mein Fazit lautet, wenn ihr euch wirklich für Farbtypen interessiert, dann setzt euch hin und lest euch in das Thema ein. Vertraut darauf, dass ihr euch am besten kennt. Eine Make-Up- oder Farbberatung ist nicht gerade günstig. Selbst mit einem Berater, der euch nicht in ein Schema pressen will, reicht die Zeit, die üblicherweise für so eine Beratung anberaumt ist, gar nicht aus, sich wirklich individuell mit euch auseinanderzusetzen.

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Links zu Seiten, wo ihr euch einlesen könnt:

https://www.prettyyourworld.com/

https://www.beautyjunkies.de/forum/threads/119756-Der-12-er-Farbtypen-Thread

Farbtypen, Farbberatung und Make-Up Beratung Teil 2

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