Haare waschen mit Lavaerde

Haare waschen mit Lavaerde

Lavaerde ist das perfekte Haarwaschmittel für supersensible Haut. Shampooalternativen gibt es ja mittlerweile wirklich zuhauf. Und da mir das Thema Haarpflege schon seit mindestens einem Jahrzehnt Freude bereitet, habe ich auch schon so ziemlich alles ausprobiert. Meine Kopfhaut hat sich in den letzten beiden Jahren allerdings in eine echte Zicke verwandelt und ich vertrage sehr vieles nicht mehr.

Meine Kopfhaut mag kein Natron, keine Öle und schon gar keine ätherischen, keine Seife, keine Saponine und da auch meine parfumfreien, ölfreien, alkoholfreien Shampoos nicht mehr gehen, vermute ich auch, dass ich einige Tenside oder andere Shampooinhaltsstoffe nicht mehr vertrage. Was genau nicht vertragen bei mir heißt? Es kann schuppen, jucken oder spannen, zu Haarwurzelschmerzen kommen, die Kopfhaut kann belegt sein und wenn es ganz schlimm wird auch etwas müffeln. Mittel vom Hautarzt oder aus der Apotheke/ Drogerie haben maximal gegen einige der Symptome geholfen, es aber meist auf Dauer noch schlimmer gemacht.

Gut, da bleibt ja jetzt wirklich nicht mehr viel über, mir fällt tatsächlich nur Lavaerde ein. Deswegen war ich besonders motiviert es diesmal richtig zu machen mit der Lavaerde, denn vor Jahren habe ich damit schonmal etwas experimentiert und so richtig zufrieden war ich nicht. Nur mit Wasser waschen, also water-only, wäre theoretisch auch noch möglich, aber da zickt meine Kopfhaut wiederrum, weil sie nicht ordentlich sauber wird und außerdem ist unser Leitungswasser mit 24° dh sehr hart. Ohne saure Rinse geht da gar nichts und die kann wiederum auch die Kopfhaut irritieren.

Was ist Lavaerde?

Lavaerde (oder Rhassoul/ Ghassoul) ist ein gemahlenes Tonmineral und wird im marokkanischen Atlasgebirge abgebaut. Zusammen mit Wasser quillt die Lavaerde auf und bekommt ein gelartige Konsistenz. Die feinen Partikel saugen Schmutz und Fett auf und können dann gemeinsam mit dem Schmutz leicht ausgespült werden. Also tatsächlich eine Reinigung ganz ohne Tenside oder Saponine. Heilerde ist ähnlich, funktioniert aber zur Haarwäsche nicht annähernd so gut und lässt sich auch schwerer ausspülen.

Welche Arten von Wascherde gibt es?

Lavaerde gibt es in vielen Varianten, ein Grund warum die Erfahrungen mit ihr so unterschiedlich sind. Weiße Lavaerde (INCI: Kaolin, Montmorillonite) kann sich für sehr feines Haar und wenig fettende Kopfhaut eignen, wäscht aber prinzipiell nicht so gut. Ich würde diese Lavaerde nur probieren, wenn ihr mit der „normalen“ zurechtkommt und sie nicht als Einstiegserde empfehlen. Die rosa Tonerde (INCI: Kaolin, Montmorillonite) ist der weißen sehr ähnlich. Es gibt auch noch gelbe Tonerde (INCI: Illite), die eher für die Pflege von Gesicht und Körper geeignet ist, aber auch bei sehr feinem Haar zur Stärkung eingesetzt werden kann. Sowohl die grüne Tonerde (INCI: Montmorillonite) als auch die rote Tonerde (INCI: Montmorillonite) mit ihrem hohen Eisengehalt sind gut geeignet für fettige Haut.

Zu guter letzt die klassische marokkanische Lavaerde (INCI: Hectorite), die meiner Meinung nach die Lavaerde ist, die am besten zur Haarwäsche geeignet ist. Ich habe zwar nicht alle anderen Tonerden durchprobiert, Einsteigern würde ich aber auf jeden Fall diese Erde empfehlen.

Wie erkennt man qualitativ hochwertige Lavaerde?

Ein paar Tricks, wie ihr erkennen könnt, ob eure Lavaerde gut zur Haarwäsche geeignet ist:

  • Die Erde sollte graubraun sein und nicht zu sehr ins weißliche gehen
  • Wenn man sie mit Wasser übergießt und einige Minuten quellen lässt, sollte sich die Paste ganz leicht vermischen lassen und nicht klumpen
  • Die Erde sollte sich rückstandslos auswaschen lassen, wer noch einen weißlichen Schleier auf den Haaren sieht und beim Reinfassen ins Haar ein staubiges Gefühl hat, hat wahrscheinlich ungeeignete Lavaerde benutzt

Markenmäßig kann ich euch zum Testen TEA Natura, Alva und Le Erbe di Janas empfehlen. Die kann man alle auf ecco-verde beziehen. Abraten würde ich von LT Naturprodukte.

Wie wird die Lavaerde angewendet?

Die Lavaerde sollte in einem nicht-metallischen Gefäß und mit nicht-metallischem Löffel angerührt werden. Ich benötige für eine Wäsche ca. 20-30 g. Ihr könnt euch auch gerne mehr anrühren, da man die Paste ohne Probleme für ein, zwei Wochen lagern kann (am Besten im Kühlschrank). Wer sehr kalkhaltiges Wasser hat, kann die Erde testweise bei den ersten Anwendungen mit destilliertem Wasser anrühren und später ausprobieren, ob es auch mit normalem Leitungswasser gut funktioniert. Das Wasser (pro 10 g Laverde ca. 15-20 ml Wasser) soll kurz aufgekocht werden und dann einfach über die Lavaerde gegossen werden. Ihr müsst nicht umrühren. Wartet einfach 5 bis 10 Minuten, damit die Lavaerde Zeit zu quellen hat und rührt dann kurz um. Je mehr Zeit die Lavaerde zum Quellen hat, desto besser. Wer bei der ersten Anwendung alles perfekt machen will, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, kann die Lavaerde am Vortag oder eine Stunde vor Anwendung mischen. Der Brei wird dann auf die nassen Haare bzw. die Kopfhaut aufgetragen, soll mindestens 3 Minuten einwirken und dann sehr gründlich ausgespült werden, am besten mehrere Minuten. Eine saure Rinse ist trotz sehr hartem Wasser bei mir überhaupt nicht nötig.

Die erste Anwendung

Manche Leute sprechen von einer Eingewöhnungsphase. Ich hatte so etwas nicht und denke, dass oft anfängliche Anwendungsfehler der Grund für so eine „Eingewöhnungsphase“ sind. Hier ein paar Tipps, wie ihr schon bei den ersten Anwendungen ein super Ergebnis haben könnt:

  • Achtet auf gute Qualität wie oben beschrieben
  • Nehmt destilliertes Wasser zum anrühren
  • Mischt euch eine ordentliche Menge Lavaerde an und führt drei Waschgänge durch, um mögliche Rückstände von Shampoos und anderen Pflegeprodukten zu entfernen. Am besten macht ihr es euch in der Badewanne bequem, tragt den Brei scheitelweise auf und lasst ihn 3 bis 4 Minuten einwirken, kurz ausspülen und noch zweimal wiederholen. Beim letzten Mal stellt euch einen Timer und spült mindestens 5 Minuten gründlich aus
  • Wenn es trotzdem nicht ganz sauber geworden ist, hattet ihr entweder viele Rückstände im Haar und müsst das Ganze bei der nächsten Wäsche wiederholen, oder eure Lavaerde war ungeeignet
  • Bei den nächsten Wäschen verändert immer nur eine Sache, also zum Beispiel nur mehr zwei Durchgänge, Spülzeit reduzieren oder die Erde mit Leitungswasser anrühren

Wie nutze ich die Lavaerde?

Nach mittlerweile dreimonatiger durchgängiger Verwendung von Lavaerde zur Haarwäsche rühre ich meine Lavaerde immer mit Leitungswasser an. Mir reicht eine Quellzeit von 5 bis 10 Minuten. Wenn es schnell gehen soll, rühre ich die Paste eher dünnflüssiger an und benutze sie wie Shampoo, lasse sie kurz einwirken und spüle wieder aus. Hin und wieder, wenn ich das Gefühl habe meine Kopfhaut benötigt eine gründlichere Reinigung, mache ich die Paste etwas dicker, trage sie scheitelweise auf und lasse sie einige Minuten einwirken.

Pflege der Haarlängen

Bei mir macht die Wäsche mit Lavaerde weiche und voluminöse Haare. Ich gebe gerne noch 2 Tropfen Öl ins nasse Haar. Manchmal benutze ich nach der Wäsche Conditioner , aber eigentlich nur um etwas Duft in die Haare zu bekommen, da die Lavaerde vollkommen geruchslos ist. Und ab und zu gibt es eine Kur für die Längen.

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Ich wünsche euch tolle Haare und hoffe, dass es bei euch auch so wunderbar klappt wie bei mir. Ganz besonders, wenn ihr auch so empfindliche Kopfhaut habt und schon vieles ausprobiert habt!

Lavaerde Pinterestbild

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