Wohin mit den ganzen Büchern?

Während meiner letzten Ausmistsession (wer die Artikel dazu noch nicht kennt: 3 Ausmistmethoden in 3 Tagen – Teil 1, Teil 2, Teil 3) habe ich gelernt, dass nichts wichtiger ist, als ein gutes System, um die ausgemisteten Dinge loszuwerden. Deswegen habe ich mich, bevor ich mich an das Projekt Bücherregal gemacht habe, informiert welche Möglichkeiten es gibt Bücher zu verkaufen, zu spenden oder zu entsorgen.

Anschließend habe ich dann einige davon getestet. Kleiner Spoiler: ich war dabei richtig erfolgreich. Lest unten nach für welche Wege ich mich entschieden habe, wie aufwändig das Ganze war und was sich gelohnt hat.

Was ich erreichen wollte

Ich hatte keine Lust mehr auf Bücher, die einfach nur im Regal stehen, weil ich nicht weiß, was ich mit ihnen machen soll. Einfach wegwerfen habe ich nicht übers Herz gebracht. Und die Aussicht auf ein bisschen Extrageld, durch mögliche Verkäufe, fand ich auch nicht schlecht.

Spenden mit der ReVital Box

Mein erster Weg führte mich in unser Altstoffsammelzentrum. Dort habe ich mir eine ReVital Box besorgt. Ich wollte eine Möglichkeit finden, um gut erhaltene Bücher, die mir im Verkauf nicht viel bringen würden, zu spenden.

In Oberösterreich gibt es insgesamt 19 Volkshilfe Shops, 10 davon mit der Zusatzbezeichnung ReVital. ReVital bedeutet, dass die gespendeten Gegenstände, dazu zählen Bücher, Textilien, Spielzeug, Werkzeug, Sportartikel und Elektrokleingeräte, geprüft und anschließend in den Shops verkauft werden. Ausgegeben werden die leeren Kartons in den Shops und in vielen Altstoffsammelzentren. Anschließend füllt man die Kartons und kann sie dann auch wieder bei den genannten Stellen abgeben.

Entsorgen im Altstoffsammelzentrum

Als ich mir die Box im Altstoffsammelzentrum geholt habe, habe ich mich dort auch gleich informiert, wie Bücher, die nicht mehr brauchbar sind am besten entsorgt werden sollten. Bücher mit Hardcover müssen zerlegt werden. Die Buchdeckel müssen im ASZ zum Karton, eventuelles Gewebe mit Kleberesten soll in den Restmüll und das Buchinnere kann ins Altpapier. Taschenbücher dürfen als Ganzes ins Altpapier. 

Verkaufen über Bonavendi

Weiter ging es für mich mit der Bonavendi App. Damit scannt man den ISBN Code des Buches ein und die App zeigt einem, wer von über 40 Verkaufsportalen das Buch kaufen würde und zu welchem Preis. Wer keine App nutzen möchte, kann die Codes auch einzeln auf der Homepage eintippen.

Ich bin so vorgegangen, dass ich mir aus meinem Bücherregal je gut zehn Bücher genommen habe, die ich loswerden wollte. Diese habe ich dann erstmal auf ihren Zustand geprüft und unzeitgemäße oder kaputte Bücher habe ich sofort zerlegt und in einer Kiste fürs Altstoffsammelzentrum gesammelt.

Den Rest der Bücher habe ich eingescannt. Bücher ohne ISBN Code können auf den Plattformen nicht verkauft werden, fast alle Bücher haben aber so einen Code. Mit Hilfe der App habe ich dann entschieden, ob und auf welcher Plattform ich verkaufen möchte. Hat ein Buch nur mehr wenige Cent gebracht, habe ich es in die ReVital Box gegeben. Beim Rest der Bücher hat sich gezeigt, dass die Verkaufsplattformen Momox und ReBuy die besten Preise für meine Bücher bieten konnten.

Verkaufen bei Momox

Um die Bücher zu Momox zu übertragen, muss man sich am Computer bei Bonavendi einloggen und kann anschließend alle Buchcodes auf einmal kopieren und bei Momox wieder einfügen. Das geht wirklich super einfach und schnell. Natürlich braucht man dazu auch ein Konto bei Momox. Ich habe auch die Momox App getestet und kann sie leider nicht empfehlen, da die Scanfunktion sehr schlecht funktioniert.

Bei Momox gibt es einige Richtlinien, die beschreiben welche Bücher angekauft werden und welche nicht. Beispielsweise darf es in den Büchern keine Markierungen geben und bei Sach- und Fachbüchern muss die bei Momox angezeigte Auflage mit der Auflage des Buches übereinstimmen. Wie streng sie dabei sind wollte ich genauer testen und habe die achte Auflage eines Fachbuchs beigelegt, obwohl Momox die neunte Auflage anzeigte. Auch ein Musikheft mit zwei Markierungen (Häkchen an bereits geübten Stücken mit Kugelschreiber) habe ich beigelegt.

Nachdem alle Bücher zu Momox übertragen sind und man den Verkauf fixiert hat, kann man sich ab einem voraussichtlichen Verkaufswert von 10 Euro eine Paketmarke ausdrucken, auf sein Paket kleben und somit die Bücher versandkostenfrei versenden.

Bei Anmeldung zum Newsletter erhält man einen Gutscheincode, mit dem man bei seinem ersten Verkauf 5 Euro Bonus erhält. Ich habe 23 Bücher und drei CD’s an Momox versendet und mit dem Bonus einen vorläufigen Ankaufspreis von 53,26 € angezeigt bekommen.

Drei Werktage nach dem Verschicken habe ich von Momox eine E-Mail erhalten, in der sie mich informiert haben, dass mein Paket angekommen ist und dass es nun bis zu sechs Werktage dauern kann, bis der Inhalt geprüft wird. Nach drei weiteren Werktagen, habe ich erfahren, dass mir der komplette Betrag überwiesen wird. Juhu! Die meisten meiner Bücher waren wirklich in einem super Zustand, aber bei ein, zwei Büchern hätte ich mich nicht gewundert, wenn ich etwas weniger als angekündigt dafür bekommen hätte.

Verkaufen bei ReBuy

Auch bei ReBuy können die Bücher über Bonavendi übertragen werden. Hier muss man allerdings für jedes Buch einzeln auf einen Übertragen-Button klicken. Dauert ein bisschen länger als bei Momox, war aber keine Tragik.

Die Ankaufsrichtlinien sind bei Rebuy weniger klar aufgeschlüsselt. Die Bücher werden wohl je nach Stärke der Gebrauchsspuren kategorisiert und gewisse Mängel können dann zu einer Herabsetzung des Ankaufspreises führen. Man erhält in so einem Fall ein neues Angebot. Mit Büchern, die bei den Momoxrichtlinien klar durchfallen, könnte man es also bei ReBuy versuchen.

Auch bei ReBuy kann man sich ab 10 Euro Verkaufswert eine Paketmarke ausdrucken und ab 30 Euro Verkaufswert gibt es beim ersten Mal einen 5 Euro Willkommensgutschein.

Nach 5 Werktagen habe ich eine E-Mail erhalten, dass mir der gesamte angekündigte Betrag von 38,52 € für 23 Bücher und 4 CD’s überwiesen wird!

Bücherbörsen auf Facebook

Der restliche Teil meiner Bücher, der noch verkauft werden sollte, bestand aus meinen Fachbücher aus dem Psychologiestudium. Aufgrund einiger Markierungen konnte ich sie auf den Plattformen nicht verkaufen. Außerdem lässt sich bei Fachbüchern, im Gegensatz zu Romanen, beim privaten Weiterverkauf noch ein guter Preis erzielen.

Einige Bücher konnte ich in der allgemeinen Mastergruppe meiner Uni, sowie der Bücherbörse der Psychologiestudenten auf Facebook verkaufen. Vielleicht findet ihr ja für eure Bücher ähnliche Gruppen. Ist natürlich etwas mühsamer als die anderen Varianten, aber kann sich durchaus auszahlen.

Fazit

Durch die gute Vorbereitung konnte ich tatsächlich an einem Vormittag gut 70 Bücher loswerden und mir ein bisschen was dazu verdienen. Wenn ich daran denke, wie oft ich das ganze schon halbherzig in Angriff genommen habe, bin ich wirklich froh, dass ich das Projekt endlich abschließen kann. Mit den beiden Verkaufsplattformen war ich überraschend zufrieden, da findet man ja auch so einige negative Berichte.

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Gibt es bei euch auch ein paar überflüssige Bücher, denen es jetzt an den Kragen geht?

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